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Newsletter 2025/1

                                                                                             Augsburg, den 01.04.25

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freunde und Förderer des Schulhilfswerks,

man spürt es sofort: In den Nachrichten fehlt etwas. Sobald die Krisen in der eigenen Welt überhandnehmen, gerät aus dem Blick, was etwas weiter entfernt vor sich geht. In Afrika zum Beispiel. Können Sie sich erinnern, wann Sie zum letzten Mal Nachrichten von dort gehört oder gelesen haben? Wir können diese Lücken nicht schließen. Aber wir können Ihnen zweierlei versichern. Die Projekte, die wir mit Ihrer Unterstützung in den vergangene 15 Monaten zu unterstützen begonnen haben, gedeihen. Und der Bedarf an Unterstützung für neue Vorhaben ist anhaltend groß. Gerade weil viele Menschen in Afrika spüren, dass sich der Rest des Planeten (China einmal ausgenommen) vor allem mit sich selbst beschäftigt, schwingt in ihren Anfragen etwas deutlicher als sonst die Sorge mit, dass sie nicht gehört werden könnten.

 

Veränderungen und Verbesserungen der Umstände an Schulen in Afrika gehen langsam vor sich, aber sie hören
nicht auf. Unabhängig von der Qualität der Unterrichtsräume wirkt vor allem eines überzeugend: die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler am Lernen.

Wir sehen uns in der Verantwortung, diese Botschaft weiterzugeben: Afrikas Schulen brauchen unsere Unterstützung – und haben sie auch verdient. Davon wollen wir nicht ablassen. Schon deshalb nicht, weil wir in den 62 Jahren seit der Gründung des Schulhilfswerks für Afrika immer wieder solche Phasen der schlechten Nachrichten und umwälzenden Probleme erlebt haben. Mehr noch aber, weil wir aus der Korrespondenz mit Pädagogen, Priestern und Ordensleuten wissen, dass unsere Hilfe ankommt und gute Ergebnisse zeitigt. Viele von denen, deren Briefe und Mails wir heute lesen, waren in der Vergangenheit selbst Nutznießer unserer Förderung.

In unserer Gesellschaft und Wirtschaft ist in den letzten Jahren viel von „Nachhaltigkeit“ die Rede. Wenn man das nicht als Schlagwort für modernes Marketing versteht, sondern als ernsthaftes Bestreben, die Welt auch für die nächsten Generationen lebenswert zu machen und zu erhalten,  dann war das Schulhilfswerk in Sachen Bildung diesem Anspruch schon lange ein gutes Stück voraus.

Das gilt umso mehr, weil erst durch den Zugang zu kontinuierlichen und durchdachten Bildungsangeboten jene Form von persönlichem Wissen entsteht, aus dem individuelles Talent seine Kraft saugt. Es ist letztlich ein Treibstoff für Unabhängigkeit und Selbständigkeit, mit denen Menschen ihre Überzeugungen und Fähigkeiten leben können. Die Ergebnisse werden vielleicht erst in der nächsten oder übernächsten Generation richtig zum Tragen kommen. Im Sinne des biblischen Saatkorns indes besteht hier mehr Grund zu hoffen und zu handeln, als abzuwarten. Gerade weil die Nonnen und Patres, die Priester und Lehrer in Afrika uns dies vorleben.

Von Seiten der kirchlichen Träger von Bildungsangeboten, die wir unterstützen, bekommen wir immer wieder bestätigt, wie wertvoll eine solche Haltung seitens der Förderer und Unterstützer ist – Allem voran im Wettbewerb mit säkularen Weltanschauungen und politischen Manipulationen. Diese sind zwar nicht nur in Afrika zu spüren, fallen dort aber angesichts von Armut und gesundheitlichen Risiken besonders ins Gewicht. Die Tatsache, dass zahlreiche der uns geförderten Projekte dazu beitragen, Mädchen und Frauen zu stärken, spricht hier Bände.

Auch das gehört zum Unterricht, auch das ist wertvoller Lernstoff: Erste-Hilfe-Kurse vor dem Schulgebäude wirken
in den Alltag von Schülern und Familien hinein. Sie sind zugleich auch Ansporn zum Miteinander in einer achtsamen Gesellschaft.

Handwerkliche Fähigkeiten ergänzend zum Schulunterricht zu erlernen ist geübte Praxis in vielen Schulen, die wir unterstützen. Das mag zwar nicht eine Berufsschule ersetzen, vermittelt den Jugendlichen jedoch eine solide Grundlage, auf der sie ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen können.

Was sich in jüngster Zeit mehrt, zeigt ein Überblick, den wir uns im Vorstand des SHA verschafft haben, sind Anfragen zur Unterstützung einer besseren Infrastruktur der Schulen:

  • damit sie für die Familien einer Region attraktiv genug sind, um Kinder aufzunehmen, die sonst zur Feldarbeit oder Hilfstätigkeiten herangezogen werden;
  • damit sie den wachsenden Zustrom an Kindern versorgen können, der in Abwesenheit von Krieg und Krisen auch ein Zeichen von Hoffnung ist;
  • damit sie sich den vermeintlichen „Luxus“ leisten können, brüchige Dächer zu flicken oder klapprige Schulbänke zu erneuern;
  • damit Kinder keine Kraft und Zeit darauf ver(sch)wenden müssen, kostbares Trinkwasser heranschleppen müssen und ihre Nächte in den Schlafräumen einfacher Internate verbringen können, statt lange Heimwege anzutreten.

       

Jeder von uns kennt Beispiele, in denen Schulbauten als nicht mehr zumutbar bezeichnet werden, die in besserem Zustand sind als jene Hütten, in denen in Afrika Unterricht stattfinden muss, um wenigstens ein bisschen vor Wind und Wetter geschützt zu sein. Das Schulhilfswerk versteht es als seine Grundaufgabe seit mehr als 60 Jahren, Schulen beim Bauen und Renovieren solider Gebäude zur Seite zu stehen.

Worauf es uns vor diesem Hintergrund weiter ankommt: Wir wollen möglichst an vielen verschiedenen Orten helfen und dabei unterschiedliche Projekte voranbringen. Anders als große, zum Teil weltweit tätige Organisationen, richten wir dazu keine vollmundigen Programme ein. Was und wie etwas geschehen soll, das erklären die Betroffenen vor Ort in eigenen Worten. Und die teilen wir in diesen Briefen auch deshalb mit Ihnen, damit sie sich einen glaubwürdigen Eindruck verschaffen können – und dem Leben in Afrika auch dann etwas näher sind als andere, wenn die allgemeine Nachrichtenlage zu wünschen übrig lässt.

Zu dieser Verantwortung stehen wir, sie ist Grundlage unserer Arbeit seit jeher. Für das Vertrauen, dass Sie uns hier entgegenbringen, bedanken wir uns, für Ihre großzügige Unterstützung sagen wir Ihnen ein herzliches Vergelt’s Gott.

Für die Zeit bis Ostern wünschen wir Ihnen innere Kraft, verbunden mit der Freude an einer erblühenden Natur. Zum Osterfest und die folgende Zeit wünschen wir Ihnen Gottes Segen und ein gedeihliches Vorankommen auf dem Weg durch das Jahr!

Mit herzlichen Grüßen,

Anne Gierlich

1. Vorsitzende