Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde und Förderer des Schulhilfswerks!
Kleine Mittel, große Wirkung: Dieses physikalische Prinzip des klug angesetzten Hebels gehört zur Grundausstattung aller Unterstützung, die das Schulhilfswerk für (und in) Afrika leistet. Das ist heute nicht anders als bei unserer Gründung vor 63 Jahren. Jüngstes Beispiel: Damit die Schule in Kabale (Uganda) ordentlich mit Bänken, Pulten und Tafeln ausgestattet werden kann, haben wir – mit Ihrer Hilfe – vorigen Sommer einen Betrag von 4.000 Euro übermittelt. Ein Betrag, mit dem 140 Schulbänke, 20 Tische und 20 Stühle finanziert werden konnten. Zu Jahresbeginn hat uns Schwester Anne Akisa berichtet, dass die Ausstattung komplett ist und die Schulkinder ihre neue Lernumgebung mit Freude nutzen.

Unserer Entscheidung lag ein klares „Ja“ auf die Frage zugrunde: „Können wir die Lernbedingungen in den Schulen nachhaltig verbessern und so zum Erfolg des Schulbesuchs beitragen?“ Der Dankeschön-Brief der Schulsprecherin lässt keine Zweifel, dass wir richtig geantwortet haben: „Ihre Großzügigkeit bedeutet die Welt für uns“, schreibt Patricia Amony. „Mit der neuen Ausstattung werden wir uns in der Schule gut aufgehoben fühlen und viel besser lernen können.“
Auch der Bau eines Schulgebäudes für Kinder der 1. Klasse von der Grundschule Kikondji, in Miheta (Kongo), erlaubt angesichts der Baufälligkeit des Bestands kein Zögern. Nun kann Pater Dieudonné auf einem Fundament von 8.000 Euro ein ordentliches Gebäude errichten, die wir ihm aus Ihren Spenden bereitgestellt haben.
Beide Male wirkt unsere Unterstützung weit über den Tag hinaus. Mit einer sorgfältigen Ausbildung unter geschützten Bedingungen werden die Kinder in Miheta – und den zahlreichen anderen Schulen, die wir dank Ihres Beitrags bedenken können – mit dem Rüstzeug versehen, um an der vielversprechenden Zukunft teilzuhaben, die für Afrika in Aussicht steht.

Bis 2029 werden weltweit voraussichtlich über 100 Millionen neue Jobs entstehen, wobei vor Allem in den Ländern Afrikas neue Lohnarbeit geschaffen wird. Das geht aus dem Global Jobs Index hervor, den das Kiel Institut für Weltwirtschaft erstmals auf Basis von weltweiten Zahlen erstellt hat. Aus den Berechnungen geht hervor, in welchen Ländern in den nächsten Jahren komplett neue Jobs entstehen werden – nicht durch Nachbesetzungen, sondern zusätzlich. Dabei zeigt sich, dass Beschäftigung vor allem in Afrika wächst: Auf dem Kontinent werden gegenüber heute bis 2030 über 75 Millionen Menschen zusätzlich in Jobs arbeiten, die mehr als die absolute Armutsgrenze von 2,15 US-Dollar pro Tag zahlen.
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Mit unserem Beitrag zu einer qualifizierten (Aus-)Bildung stärken wir die Chancen für junge Menschen in Afrika. Vor Allem für jene aus strukturschwachen, ländlichen Gebieten. Sie sind noch viel zu häufig von den Möglichkeiten abgekoppelt, die sich in den Metropolen und deren Umland bieten. Gerade eine stabile Lernumgebung in der Nähe von Heimat und Familie ist hierbei ein wertvoller Beitrag.
Mit unserer Unterstützung verstehen wir uns auch Brückenbauer zwischen Gegenwart und Zukunft in Europa und Afrika. Zwar ist die EU bereits heute der wichtigste Handelspartner Afrikas, allerdings sind die Warenströme vergleichsweise klein. Angesichts zunehmender weltweiter geopolitischer Spannungen und Abhängigkeiten sollten Brüssel und Berlin die Handelsbeziehungen zum afrikanischen Kontinent weiter ausbauen, empfiehlt aktuell das Institut der deutschen Wirtschaft (IW).

Tatsächlich ist der Außenhandel zwischen Deutschland und Afrika ausbaufähig. Die deutschen Exporte nach Afrika sind zwischen 2015 und 2024 um gerade einmal 10 Prozent auf 26 Milliarden Euro gestiegen. Ein vertiefter wirtschaftlicher Austausch mit Afrika, der die Förderung der lokalen Wertschöpfung unterstützt, bietet Chancen auf positive Wohlstandseffekte auf beiden Seiten, empfehlen die Wirtschaftsforscher. Dass der Warenaustausch mit den afrikanischen Ländern relativ verhalten ist, hängt aus europäischer Perspektive vor allem damit zusammen, dass es in Afrika an kaufkräftiger Kundschaft fehlt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Einwohner lag in Afrika 2024 bei durchschnittlich 2.400 Dollar und war damit ähnlich niedrig wie in Indien. Zum Vergleich: Deutschlands BIP pro Kopf belief sich im selben Jahr auf rund 56.000 Dollar.
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Indem wir sorgfältig prüfen, welche Projekte wir fördern und welche Qualität der Unterricht und die Ausbildung durch unsere Partner liefern, legen wir die Saat für ein gutes Miteinander in der Zukunft. Weil wir wissen, dass die Schwestern, Priester, Schulleiter und Lehrer, mit denen wir zusammenarbeiten, die Herkunft der Fördermittel aktiv ansprechen, dürfen wir sicher sein, dass dies als begleitender Lerneffekt Wirkung zeigt. Schon heute freuen wir uns sehr darüber, dass die Schulkinder den Spenderinnen und Spendern im täglichen Gebet danken.
Die zweite Seite der gerade beschriebenen Medaille: Wir leisten „Hilfe zur Selbsthilfe“. Denn höhere Ausgaben für Bildung und Gesundheit zahlen sich ökonomisch aus – im Schnitt mit rund zehn Prozent jährlicher Produktivitätsrendite. Das zeigt eine internationale Studie des World Inequality Labs, an der auch das ZEW Mannheim beteiligt war und die nun im renommierten Journal of Public Economics veröffentlicht wurde. Dafür ausgewertete globale Langzeitdaten von 1800 bis 2025 zeigen, dass der Effekt bei öffentlicher Bildung und in ärmeren Ländern besonders groß ist. Zugleich verharren die Unterschiede auf extrem hohem Niveau. So betragen 2025 die Ausgaben für ein Schulkind in Subsahara-Afrika kaufkraftbereinigt nur rund drei Prozent der öffentlichen Bildungsausgaben für ein Schulkind in Europa oder Nordamerika.
„Investitionen in Bildung und Gesundheit sind Wachstumspolitik. Das gilt insbesondere dort, wo das Ausgangsniveau niedrig ist. Wenn Länder ihre Bildungs- und Gesundheitsausgaben verlässlich erhöhen, beschleunigt sich das Produktivitätswachstum messbar. Für öffentliche Bildung liegen die Renditen teils bei 15 bis 20 Prozent“, sagt Li Yang, PhD, Ko-Autor der Studie und Wissenschaftler in der ZEW-Forschungsgruppe „Ungleichheit und Verteilungspolitik“.
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Politik überlassen wir denen, die dafür gewählt wurden. Wachstum bewerten wir nicht in Prozentpunkten. Aber: Die Kraft, sich selbst als politisches Wesen zu verstehen und ins Gemeinwesen einzubringen, wächst mit Qualifikation und dem Zugang zu stabilen Beschäftigungsverhältnissen. So ermöglichen wir es den jungen Menschen in Afrika, selbst zu wachsen und zu gedeihen und, wie ein kräftiger Baum, auch widrigen Winden zu widerstehen.
Die Saat, die unsere Bauern in diesen Tagen ausbringen, beginnt mit der wachsenden Energie der Frühlingssonne zu gedeihen. Welche Kraft von ihr ausgeht, erleben wir nunmehr wieder in der Osternacht, in der sich der Wandel von finsterer Nacht in lichten Tag vollzieht. Wir wünschen Ihnen von Herzen, dass dieses Licht auch Ihr Leben erleuchtet und Freude bringt. Herzlichen Dank für Ihre nimmermüde Unterstützung und Ihr Vertrauen in unsere Arbeit!
Mit herzlichem „Vergelt’s Gott“
Ihre
Anne Gierlich
1. Vorsitzende